Tytu³: Leonce und Lena
- Wykonawca: Herbert Gronemeyer
- Wy¶wietleñ: 366
Von Gleichmut gerührt,
mach mich nicht gemein,
schließ die Fenster, Türen, es zieht.
Was gäbe ich für ein Gesicht,
irgendeinen Charakter,
ein paar andere Schuh,
keiner weilt so lang wie ich.
Schenk nichts, schenk nach, ich brauche Ruh.
Lieb mich schnell, hab keine Zeit,
Schüttel mich bevor ich geh,
Mut mich an, sei mein Geleit,
Zweieinig und allein.
Ich dauer dauernd, ich seh nur mich,
Ich fasse nichts, mein Nabel schaut,
Meine Schulter schultert der Welt Gewicht,
Schenk nichts, schenk nach, das Graue graut.
Warum bin ich nur ich,
Warum bin ich nicht du,
Mach die Augen zu, es zieht.
Oje, Oh, nein, oh, doch
Ach, Du, ach, weh, ach, was denn noch.
Wieso, warum, wohin, mit wem,
oh, ja, wie angenehm.
Hinter, vor, jetzt und nun,
eben, gleich, ohne auszuruhn.
An für sich, mithin und her,
uns ist nichts zu schwer.
Wir machen vor und mit,
groß sein Reich seine Weite,
mit ihm durch dünn und dick,
durch quer und aus und überhaupt.
Zugleich.
Fängt die Sonne an zu regnen,
verspannt der Bauer im März,
Bleib ich kühl unbeweglich,
Ob Hermelin oder Nerz.
Ist der Wille noch so offen,
mit oder ohne Gewähr,
Wüsst` ich wie, würd` ich hoffen,
ich bin a König und ka Herz.
Wüsst er wie, würd er hoffen,
er ist a König und ka Herz.
Hab ein Schloß unter Tanen,
Hoch die Zeit, tief verehrt,
wenn Schnür und Senkel sich vertragen,
kann man Brot und Schmalz entbehrn.
Es kann nur fühlen wer sich fügt,
a fällt das Beil, brennt der Herd,
ich hab alle so lieb, ja
ich bin a König und ka Herz.
Er hat alle so lieb, ja,
er ist a König und ka Herz.
Ich tick in goldenen Zeiten,
schuld ist, wer sich beschwert,
beherrsch` die Längen und die Breiten,
so bleiben meine Kreise ungestört.
Würd` ich was spüren, müß` ich lügen,
ich leb` den Schmäh und den Scherz,
ich bin mein einziges Vergnügen,
ich bin a König und ka Herz.
Er ist sein einziges Vergnügen,
er ist a König und ka Herz.
Zugleich.
Halt ein, halt an,
im Soll, im Plan,
leg vor, leg nach, momentan,
ruck zuck, alle Mann.
Um, aus, ein und so,
Gemach und gleichermassen,
Mann, Frau, Niveau,
Ganz genau und umgekehrt.
Achthundert Millionen Mal,
wird das Herz schlagen,
dann hört es auf, wir hörn auf ihn,
die Wissenschaft stellt fest,
wir stellen keine Fragen.
Wir stelln uns an,
wir stelln uns vor,
und hinter ihn.
Wer, wie, wo, was, weshalb
werden wohl oder übel,
die Würfel fallen, uns ins Gesicht.
Alert, adrett, absurd, das Leben ist eine Zwiebel,
die Tränen kullern, ob wir wollen oder nicht.
Nirgendwo zu Hause,
überall dein Gesicht,
kein Platz, keine Pause,
zerflossen liegt das Glück.
Dicht dran warn wir beide,
dazwischen stirbt nur ein Herz,
von vorne ist am Ende,
verführt, verlassen, verkehrt.
Nirgendwo zu Hause,
mein Schmerz ein verlies,
die Sehnsucht liegt im Sterben,
du schaust zu und genießt.
Du tust weh, ich leide,
du fliehst feige aus der Pflicht,
verzweifelt eitle Schwüre,
Du liebst über allles nur das Nichts.
Nirgendwo zu Hause,
kein Lehnen, Trauern, Licht,
kein Weinen, Fluch, Verschwören,
ändert Dich für mich.
Meine Gedanken kreisen müde,
Nur der Kummer kommt noch mit,
Deine selbstverliebte Kühle,
Du siehst in mir nur Dich.
Träume haben ein vielseliges Programm,
ein Engel schwingt herab,
und hält ein Bahrtuch in der Hand,
die Natur verblasst, erstarrt,
und wird ein matter Schatten.
Wann küsst mich die Nacht.
Wann küsst mich die Nacht.
Meine Schwermut trägt mich
fort und leidet still.
Unsichtbarer Bann, was hast Du
Dir für mich vorgestellt
Mein Kummer klagt, verzagt,
und läßt die Welt verstummen,
Muss ich durch ein Grab,
Warum durch ein Grab.
Nur blühn, nur blühn, vor Liebe erglühn,
als Blume hold und rein dem Tode entfliehn,
nur blühn, nur blühn, im Mondenglanz,
wie eine Rose, rot und schön, im ewigen Tanz.
Der Nebel lähmt mein Haupt,
mein Auge schläfrig und müd,
Der Tag verwaist, verweht,
und bleiern seinen Vorhang zieht.
Der Zweifel legt, verklebt,
betäubt alle meine Sinne,
Wann küsst mich die Nacht.
Wann küsst mich die Nacht.
Nur blühn, nur blühn, vor Liebe erglühn,
als Blume hold und rein dem Tode entfliehn,
nur blühn, nur blühn, im Mondenglanz,
wie eine Rose, rot und schön, im ewigen Tanz.
Wer will schon lange leben,
Wir sind hier nun mal eben,
Tot ist wer nicht mehr trinkt.
Zu fromm wolln wir nicht werden,
wir werden sowieso zu Erden,
wer rostet braucht Trauben,
Trost und Sinn.
Unsinn.
Es geht alles von selbst
Wenn nur keiner denkt,
alles gibt sich beizeiten,
Wenn niemand schafft und keiner lenkt.
Nimm die Hände vom Steuer,
fröhn Müßiggang und Einfalt,
Arbeit ist nicht geheuer,
Wir werden froh, faul und alt
Haben Träume eine Seele.
Macht Weinen Sinn, muss Leben sein,
Warum ist die Zeit unendlich,
Wirren sind unmenschlich,
Warum welken wir nicht gleich.
Ist alles eitles Versprechen,
Aus Versehen geboren und weg,
Ist das Herz nur eine Lüge,
Ein sterbendes Vergnügen,
Hat Liebe einen Zweck.
Was begreift und fühlt der Boden,
Was erkennt und denkt das Licht,
Wann gibt man den Verstand verloren,
Ist man unten oder oben, warum weiß man nichts.
Haben Träume eine Seele,
Macht Weinen Sinn, muss Leben sein,
Warum ist die Zeit unendlich,
Wirren sind unmenschlich,
Warum welken wir nicht gleich.
Ist alles eitles Versprechen,
Aus Versehen geboren und weg,
Ist das Herz nur eine Lüge,
Ein sterbendes Vergnügen,
Hat Liebe einen Zweck.
Steht der Tod auch für den Anfang,
Sind wir Steine in hohlem Spiel,
Warum geben wir uns Mühe,
wenn wir einander betrügen,
Ist der Liebe schon zuviel.
Ist das Herz nur eine Lüge,
Ein sterbendes Vergnügen,
Ist Liebe nicht zuviel.
In domine nos partitur,
Wir verteilen uns im Herrn,
Homo Homi-miniatur,
Der Mensch ist des Menschen Verkleinerung,
Vivat! Vivat! Er lebe, er lebe!
Pro domo aromat. Er ist unser Verwöhnaroma.
Propio pallio tunika,
Das Hemd ist näher als der Rock,
Ora pro regnum labora,
Wir beten und arbeiten für den König,
Vivat! Vivat! Er lebe, er lebe!
Pro domo aromat. Er ist unser Verwöhnaroma.
Der Hofpoet grunzt herum,
Jungfrauen rosten dahin,
die weissen Röcke bleich,
die Unschuld verliert den Sinn.
Aufrecht war mal, fatal,
es droht die Horizontale,
das Lächeln wird grimassiert,
das blauwarme Blut wird schal.
Wir machen uns Beine,
wir machen uns Beine,
wir machen uns Beine,
Beine und nichts passiert.
Kommen nicht ins Reine,
kommen nicht ins Reine,
kommen nicht ins Reine,
wir kommen nicht raus und stehn pikiert.
Herzen schmelzen, Posituren frieren,
alle Mühe hat das Spiel verlorn,
Knoten platzen, leere Korselagen,
Garnitur gerinnt, die Augen blind,
Laune verstimmt, Pfefferminz,
und wir verdorrn.
Wie geht`s weiter,
wie geht`s weiter,
wie geht`s weiter,
keiner hat einen Plan.
Bleiben se heiter,
bleiben se heiter,
bleiben se heiter,
wir fangen nochmal von vorne an,
von vorne an.
Herzen schmelzen, Posituren frieren,
alle Mühe hat das Spiel verlorn,
Knoten platzen, leere Korselagen,
Garnitur gerinnt, die Augen blind,
Laune verstimmt, Pfefferminz,
und wir verdorrn.
Jawoll
Jawoll
Jawoll
Jawoll
Jawoll
Kneift die Knöpfe, garnt die Zwirn
nagelt die Finger, schlagt das Gehirn,
kartet die Tische, listet den Gast.
Jawoll
Faltet Servietten, schlinget den Schlips,
knödelt die Kugeln, knickt das Genick,
schmirgelt den Braten, verlängert den Satz.
Becher das Eis, verspann den Gaul
Strausse die Braut, korb das Maul,
Feier dich selbst. Zeremoniell.
Darum ist alles wie es ist
Darum bleibt die Welt ein Kompromiss
Darum hat wer Pech und auch wer Glück.
Jawoll
Drei Schritte vor und drei zurück,
Bewegung liegt im Gleichgewicht,
reformt die Struktur, bückt die Pflicht.
Jawoll
Schosst den Frack, fusselt den Kopf,
Kämmt die Zunge, podamiert den Zopf,
feier Dich selbst.
Knotet Gebote, gebietet den Krampf,
haltet die Kerzen, breitet den Hanf,
versilbert den Blick, Vergißmeinnicht.
Dorft die Kirche, brecht den Tag
Haltet den Mangel, nehmt den Beschlag
Ersetzt den Zahn, weißt den Belag.
Darum ist alles wie es ist
Darum bleibt die Welt ein Kompromiss
Darum hat wer Pech und auch wer Glück.
Darum wird abgeholt wie bestellt,
Darum bleibt `s wie es uns gefällt,
Darum geht die Uhr vor und nicht zurück.
Wer will schon zu lange leben,
Wir sind hier nun mal eben,
Der Arm ist da zum Heben,
Drum leb.
Was nützt alles Benehmen,
wenn wir uns dabei grämen,
Leer den Kopf, schwell die Brust,
Und schweb.
Es geht alles von selbst,
Wenn nur keiner denkt,
alles gibt sich beizeiten,
Wenn niemand schafft und keiner lenkt.
Nimm die Hände vom Steuer,
laß die Schulter kalt
Arbeit ist nicht geheuer,
wir werden froh und faul und alt.
Gott hilft nicht beim Beten,
Gott kann sich auch verspäten,
jeder ist seine eigene Religion.
Bequem Dich, mach Dich möglich,
genehmige Dich täglich,
glücklich wird erst, wer sich auch schont.
Wer sich schont.
Es geht alles von selbst,
Wenn nur keiner denkt,
alles gibt sich beizeiten,
Wenn niemand schafft und keiner lenkt.
Nimm die Hände vom Steuer,
laß die Schulter kalt
Arbeit ist nicht geheuer,
wir werden froh und faul und alt.